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Nabelschnurblut einfrieren - Pro und Contra

   

Nabelschnurblut kann die Gesundheit der eigenen Kinder sichern - sagen Firmen, die eine private Einlagerung anbieten. Viele Ärzte halten dagegen, dass im Augenblick noch die passenden Anwendungen fehlen.

Nabelschnurblut ist aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Doch zur Anwendung kommt vor allem Nabelschnurblut, das von fremden Spendern stammt. In Zukunft könnten Eigenspenden jedoch eine wichtige Rolle spielen.

Rechtfertigt die Hoffnung darauf die private Einlagerung von Nabelschnurblut - und die damit verbundenen Kosten? Oder sollten Eltern das Blut besser öffentlichen Banken spenden?

Pro und Contra Nabelschnurblut

Nabelschnurblut ist jung, tolerant und wachstumsfreudig

Hier eine Liste von wichtigen Aspekten, die es zu bedenken gilt. Dies soll bei der Entscheidung helfen, ob und für wen eine private Einlagerung von Nabelschnurblut sinnvoll ist.

Welche Vorteile hat Nabelschnurblut?

1. Leicht zugänglich

Die Abnahme von Nabel­schnur­blut ist einfach und schmerzfrei - Mutter und Kind merken fast gar nichts davon. Das Risiko für eine leichte Anämie beim Neugeborenen ist zwar etwas erhöht, für ein gesundes Kind ist dies aber keine ernste Gefährdung.

2. Jung, tolerant und wachstumsfreudig

Stammzellen aus dem Nabel­schnur­blut vermehren sich leicht und schnell. Ihr Erbgut ist noch frei von Umweltschäden. Bei einer Fremdspende tolerieren sie eine neue Umgebung gut: Nach einer Transplantation attackieren sie seltener den Körper des Empfängers.

3. Hilfe für Geschwister

Falls ein Geschwisterkind erkrankt, sind Stammzellen aus der Nabelschnur oft die beste Lösung. Es besteht eine Chance von etwa 25 Prozent, dass sich das Blut für eine Transplantation eignet. Bei einer von zehn Transplantationen stammt das Nabelschnurblut heute von verwandten Spendern.

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Was das eigene Nabelschnurblut HEUTE noch nicht kann

1. Nicht bei Leukämien im frühen Kindesalter

Blutkrebs kann sehr früh entstehen, erste Vorläuferzellen finden sich oft schon in der Nabelschnur. Eine Eigenspende erhöht daher das Risiko eines Rückfalls. Ärzte nutzen daher Nabelschnurblut von fremden Spendern, um Blutkrebs bei Kindern zu behandeln.

2. Keine Heilung von Erbkrankheiten

Die Stammzellen des Nabelschnurbluts tragen das gleiche Erbgut wie alle anderen Körperzellen, inklusive vererbter Mutationen und Defekte. Sie eignen sich daher nicht für die Behandlung von Erbkrankheiten - es sei denn, in Kombination mit einer Gentherapie.

3. Nur bedingt für Erwachsene

Die Nabel­schnur enthält nur wenig Blut. Das reicht für die Behandlung von Kindern, aber für ältere Teenager oder junge Erwachsene ist es in der Regel zu wenig. Diese brauchen meist noch eine zusätzliche Spende.

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Was das eigene Nabelschnurblut in ZUKUNFT vielleicht kann

1. Behandlung von Erwachsenen

Forscher arbeiten an Verfahren, um Nabelschnur-Stammzellen im Labor so zu vermehren, dass eine einzelne Spende einen Erwachsenen erfolgreich behandeln kann. Erste Versuche machen Hoffnung, sind aber noch im Teststadium.

2. Erbkrankheiten durch Gentherapie

Mit Strimvelis wurde erstmals eine Gentherapie zugelassen, die mit veränderten Blutzellen eine schwere Immunschwäche heilen kann. Auch Nabelschnurblut eignet sich für diesen Zweck. Weitere Gentherapien befinden sich in der Entwicklung.

3. Neue Therapien

Forscher versuchen, das Nabelschnurblut für viele weitere Krankheiten zu nutzen. Fast alle Studien sind noch in einem frühen Stadium, und die Erfolgschancen sind ungewiss. Zu den größten Hoffnungen gehört die Behandlung von frühkindlichen Hirnstörungen (Zerebralparese).

Fazit

Die Entscheidung ist nicht einfach. Nichts spricht eindeutig für - oder auch gegen - die private Einlagerung von Nabelschnurblut. Es ist denkbar, dass das eigene Kind von dem eingelagerten Blut profitieren wird. Es gibt aber meist auch alternative Therapien. Das eigene Nabelschnurblut mag Vorteile bieten, es ist jedoch selten unersetzlich.

Die Abnahme von Nabelschnurblut wird ein gesundes Kind (und dessen Mutter) allerdings auch kaum beeinträchtigen. Und bei einer Einlagerung in öffentliche Banken ist höchst unsicher, ob das Kind oder dessen Geschwister wieder auf die Spende zurückgreifen können.

Die private Vorsorge mit Nabelschnurblut bleibt eine Spekulation auf die Zukunft: Wenn der medizinische Fortschritt hält, was er verspricht, könnte sich eine private Einlagerung als sinnvoll erweisen.

Pro und Contra Nabelschnurblut

Nabelschnurblut ist jung, tolerant und wachstumsfreudig
Nabelschnurblut hat viele Vorteile, doch der Nutzen von Eigenspenden ist heute noch unklar.

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