Weißer Hautkrebs und schwarzes Melanom

Die gefährlichste Art von Hautkrebs - das schwarz gefärbte Melanom - fordert allein in Deutschland jährlich tausende Opfer. Häufiger sind jedoch weiße Formen wie das Basalzell- und das Plattenepithelkarzinom.

Über 200 000 Deutsche erkranken jährlich an Hautkrebs1: In 90 % der Fälle sind es sogenannte weiße Formen, die vor allem im Alter auftreten und meist gutartig verlaufen. Doch 10 % der Patienten erkranken an dem schwarzen malignen Melanom, das - wenn es nicht frühzeitig erkannt wird - oft den Tod herbeiführt.

Todbringend: Ein malignes Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt. (Quelle: Skin Cancer Foundation)

Warum existieren mehrere Arten von Hautkrebs? Weil die menschliche Haut aus vielen unterschiedlichen Zellen besteht, die alle eine andere Form von Krebs hervorbringen können. Bei drei Zellarten ist das Risiko besonders hoch2:

  • Pigmentzellen (Melanozyten) entwickeln sich zum schwarzen malignen Melanom
  • Basalzellen der oberen Hautschicht erzeugen Basalzellkarzinome, die häufigste Form des weißen Hautkrebs
  • Epithelzellen werden zu einem Plattenepithelkarzinom, das ebenfalls bösartig werden kann

Wie entsteht schwarzer Hautkrebs?

Der schwarze Hautkrebs entsteht aus den Pigmentzellen der Haut, den soge­nannten Melanozyten: Sie stellen den Farbstoff Melanin her, der den braunen Farbton der Haut erzeugt und Schutz vor UV-Strahlung bietet. Melanozyten sind vergleichsweise seltene Zellen, die in den oberen Hautschichten sitzen. Manche Arten von Melanozyten können sich zusammenlagern und die Muttermale oder Leberflecken der Haut bilden.

Zu viel Sonnenlicht kann die Melanozyten schädigen. Ihr Wachstum gerät außer Kontrolle und sie bilden Wucherungen, die sich immer weiter ausbreiten - schwarzer Hautkrebs oder auch malignes Mela­nom genannt. Das Risiko ist ab einem Alter von etwa 50 Jahren am höchsten, doch auch jüngere Menschen sind gefährdet.

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Sonnenlicht ist die häufigste - aber nicht die einzige - Ursache von Melanomen. Vor allem bei dunkelhäutigen Menschen findet sich andere Formen, die nicht mit der UV-Strahlung zusammenhängen. Die sogenannten akro­lenti­ginösen Melanome bilden sich an den Handflächen oder unter den Fußsohlen, die Schleimhautmelanome hingegen im Mund oder im Kehlkopf. Die Ursache dieser Krebsformen bleibt unklar, und auch die Behandlung ist schwierig und oftmals erfolglos.

Wie heilbar ist schwarzer Hautkrebs?

Solange das Melanom klein ist und auf die Haut beschränkt bleibt, kann es leicht durch eine Operation entfernt werden. Die Überlebenschancen sind dann sehr gut. Wenn ein Melanom jedoch tiefer als vier Millimeter in die Haut eindringt, kann es in das Lymphsystem auswandern. Einzelne Zellen besiedeln dann die Lymphknoten oder dringen in andere Organe vor.

Diese Metastasen sind nur schwer zu behandeln, viele der Erkrankungen verlaufen immer noch tödlich: Im Jahr 2014 starben in Deutschland über 3000 Menschen an den Metastasen eines Melanoms. Seit 2012 sind neue zielgerichtete Medikamenten auf dem Markt, die Metastasen zumindest zeitweise zurückdrängen können.

Wie entsteht weißer Hautkrebs?

Melanome sind gefährlich, aber vergleichsweise selten - eine zehnfach höhere Zahl von Patienten erkrankt an weißen Formen des Hautkrebs. Dieser wird ebenfalls meist durch UV-Strahlung ausge­löst, tritt aber in der Regel erst in einem höheren Alter ab etwa 70 Jahren auf.

Meist bei älteren Männern: Ein Basalzellkarzinom. (Quelle: Sand et al.)

Das Basalzellkarzinom, die häufigste Form des weißen Hautkrebs, entsteht aus den sogenannten Basalzellen der oberen Hautschicht. Der Krebs tritt meist bei älteren Männern auf, oftmals auf dem Nasenrücken oder in anderen Teilen des Gesichts, die stark dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Es ist ein langsam wachsender Krebs, der Geschwüre erzeugt, die hautfarbenen Knoten ähneln.

Eine zweite Form des weißen Hautkrebs, das Plattenepithelkarzinom, bildet sich ebenfalls meist im Gesicht: Ohrmuscheln, Unterlippe und Nasenrücken sind die häufigsten Stellen. Begünstigt wird das Auftreten dieses Tumors auch durch Immunschwächen, die etwa nach einer Transplantation durch Medikamente ausgelöst werden.

Wie heilbar ist weißer Hautkrebs?

Der weiße Hautkrebs ist oftmals eher harmlos und leicht zu behandeln, nur in etwa 0,3 % der Fälle führt er zum Tod. Vor allem Basal­zell­karzinome bilden selten gefährliche Metastasen, können daher meist durch Operation vollständig entfernt werden.

Operativ oft leicht zu entfernen: Ein Plattenzellkarzinom. (Quelle: K. Peter)

Werden Plattenepithelkarzinome frühzeitig erkannt, können sie ebenfalls operativ beseitigt und meist vollständig geheilt werden. Wachsen sie aber zu tief in die Haut ein, besteht - ähnlich wie bei dem malignen Melanom - die Gefahr, dass sich Metastasen in Lymphknoten und anderen Organen bilden.

Auch wenn der weiße Hautkrebs deutlich weniger gefährlich als die schwarze Variante ist, fordert er immer noch viele Opfer: Im Jahr 2014 starben in Deutschland etwa 800 Menschen an dessen Folgen.

Andere Formen von Hautkrebs

Viele andere Zellarten der Haut können sich zu Tumoren entwickeln: Nervenzellen, Immunzellen, Bindegewebezellen und die Zellen der Schweiß- und Talgdrüsen. Ursachen, Behandlung und Aussichten sind jeweils sehr unterschiedlich. Allerdings sind diese Krebsarten recht selten: In Deutschland gab es im Jahr 2014 insgesamt nur 2100 derartige Neuerkrankungen, das sind etwa 0,9 % aller Hautkrebs­fälle.

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1 Robert Koch-Institut, Krebs in Deutschland 2013/2014 (link)
2 Deutsche Krebsgesellschaft e.V., Hautkrebs: Basis-Infos für Patienten und Angehörige (link)
Todbringend: Ein malignes Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt. (Quelle: Skin Cancer Foundation)

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Kurz und knapp

  • drei Zellarten sind meist der Ursprung von Hautkrebs: Melanozyten, Basalzellen und das Plattenepithel
  • Melanome bilden gefährliche Metastasen, die schwer behandelbar sind
  • Basalzellkarzinome treten meist bei älteren Männer auf; sie sind meist gutartig
  • Plattenepithelkarzinome sind in der Regel leicht zu entfernen, bilden aber manchmal gefährliche Metastasen
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