Weißer Hautkrebs und schwarzes Melanom

     

Mehrere Arten von Krebs können die Haut befallen. Die schwarze Form - das maligne Melanom - ist mit Abstand am gefährlichsten. Häufiger ist jedoch der weiße Hautkrebs.

Die Haut besteht aus vielen Arten von Zellen, und jede von ihnen kann Krebs hervorbringen. Es sind jedoch vor allem drei Zellarten, die sich zu Tumoren entwickeln1. In Deutschland treten jährlich etwa 200 000 neue Fälle von Hautkrebs auf2: In 80 % der Fälle sind es sogenannte weiße Formen, die vor allem im Alter auftreten und meist gutartig verlaufen. Doch 20 % der Patienten erkranken an dem schwarzen malignen Melanom, das - wenn es nicht früh erkannt wird - oftmals den Tod herbeiführt.

Todbringend: Ein malignes Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt. (Quelle: Skin Cancer Foundation)

Schwarzer Hautkrebs

Melanome entstehen aus den Pigmentzellen der Haut, den soge­nannten Melanozyten: Sie stellen den Farbstoff Melanin her, der den braunen Farbton der Haut erzeugt und so einen Schutz vor UV-Strahlung aufbaut. Melanozyten sind vergleichsweise seltene Zellen, die in den oberen Hautschichten sitzen. Manche Varianten der Melanozyten können gehäuft auftreten und die Muttermale oder Leberflecken der Haut bilden.

Zu viel Sonnenlicht kann die Melanozyten schädigen. Ihr Wachstum gerät außer Kontrolle und sie bilden Wucherungen, die sich immer weiter ausbreiten - schwarzer Hautkrebs oder auch malignes Mela­nom genannt. Das Risiko ist ab einem Alter von etwa 50 Jahren am höchsten, doch auch jüngere Menschen sind gefährdet. Solange das Melanom auf die Haut beschränkt bleibt, kann es leicht durch eine Operation entfernt werden. Die Überlebenschancen sind dann sehr gut.

Wenn ein Melanom jedoch tiefer als vier Millimeter in die Haut eindringt, kann es in das Lymphsystem auswandern. Einzelne Zellen besiedeln dann die Lymphknoten oder dringen in andere Organe vor. Diese Metastasen sind dann nur schwer zu behandeln, viele der Erkrankungen verlaufen immer noch tödlich. Seit 2012 sind jedoch neue zielgerichtete Medikamenten auf dem Markt, die diese Metastasen zumindest zeitweise zurückdrängen können.

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Die UV-Strahlung des Sonnenlichts ist bei hellhäutigen Menschen die häufigste - aber nicht die einzige - Ursache von Melanomen. Bei dunkelhäutigen Menschen findet sich andere Formen, die nicht mit der UV-Strahlung zusammenhängen. Die sogenannten akro­lenti­ginösen Melanome bilden sich an den Handflächen oder unter den Fußsohlen, die Schleimhautmelanome hingegen im Mund oder im Kehlkopf. Es ist unklar, was die Ursache dieser Krebsformen ist, und auch die Behandlung ist schwierig und oftmals erfolglos.

Weißer Hautkrebs

Melanome sind gefährlich, aber vergleichsweise selten - eine zehnfach höhere Zahl von Patienten erkrankt an weißen Formen des Hautkrebs. Dieser wird auch meist durch UV-Strahlung ausge­löst, tritt aber in der Regel erst in einem höheren Alter ab etwa 70 Jahren auf. Der weiße Hautkrebs ist oftmals eher harmlos und leicht zu behandeln, nur in etwa 0,3 % der Fälle führt er zum Tod.

Meist bei älteren Männern: Ein Basalzellkarzinom. (Quelle: Sand et al.)

Basalzellkarzinome, die häufigste Form des weißen Hautkrebs, entsteht aus den sogenannten Basalzellen der oberen Hautschicht. Der Krebs tritt meist bei älteren Männern auf, oftmals auf dem Nasenrücken oder in anderen Teilen des Gesichts, die stark dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Es ist ein langsam wachsender Krebs, der Geschwüre erzeugt, die hautfarbenen Knoten ähneln. Basal­zell­karzinome bilden nur selten Metastasen, können daher meist durch Operation vollständig entfernt werden.

Eine zweite Form des weißen Hautkrebs, das Platten­epithel­karzinom, bildet sich ebenfalls meist im Gesicht: Ohrmuscheln, Unterlippe und Nasenrücken sind die häufigsten Stellen. Werden Platten­epithel­karzinome frühzeitig erkannt, können sie operativ beseitigt und dabei meist vollständig geheilt werden. Wachsen sie aber zu tief in die Haut ein, besteht - ähnlich wie bei dem malignen Melanom - die Gefahr, dass sich in Lymphknoten und anderen Organen Metastasen bilden.

Operativ oft leicht zu entfernen: Ein Plattenzellkarzinom. (Quelle: K. Peter)

Viele andere Zellarten der Haut können sich zu Tumoren entwickeln: Nervenzellen, Immunzellen, Bindegewebezellen und die Zellen der Schweiß- und Talgdrüsen. Ursachen, Behandlung und Aussichten sind jeweils sehr unterschiedlich. Allerdings sind diese Krebsarten recht selten: In Deutschland gab es im Jahr 2010 insgesamt nur 1600 derartige Neuerkrankungen, das sind etwa 0,8 % aller Hautkrebs­fälle.

Hautkrebs ist keine einheitliche Erkrankung, sie lässt sich in viele unterschiedliche Arten aufteilen. Der schwarze Hautkrebs - das maligne Melanom - spielt im öffentlichen Bewusstsein die wichtigste Rolle, und ein Blick auf die Sterbestatistiken verrät den Grund: Im Jahr 2010 starben in Deutschland 2700 Menschen an den Metastasen eines Melanoms, alle anderen Arten von Hautkrebs zusammen verursachten 600 Todesfälle. Und das, obwohl nur einer von zehn Hautkrebs-Patienten an einem Melanom leidet.

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1 Informationsportal des Vereins zur Bekämpfung des Hautkrebses (link)
2 Robert Koch-Institut, Krebs in Deutschland 2009/2010 (link)
Todbringend: Ein malignes Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt. (Quelle: Skin Cancer Foundation)

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Meist bei älteren Männern: Ein Basalzellkarzinom. (Quelle: Sand et al.)
Operativ oft leicht zu entfernen: Ein Plattenzellkarzinom. (Quelle: K. Peter)

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Kurz und knapp 

  • drei Zellarten sind meist der Ursprung von Hautkrebs: Melanozyten, Basalzellen und das Plattenepithel
  • Melanome bilden gefährliche Metastasen, die nur schwer behandelbar sind
  • Basalzellkarzinome treten meist bei älteren Männer auf; sie sind meist gutartig
  • Plattenepithelkarzinome sind in der Regel leicht zu entfernen und bilden nur selten Metastasen